Wirtschaft
Duty-Free-Shopping im Inland wird in China zum Trend
        
2021-01-13 08:46 | german.china.org.cn

Chinas Verbraucher werden voraussichtlich mehr High-End Produkte aus dem Ausland in heimischen Duty-Free-Läden kaufen. Grund dafür sind nach Ansicht von Experten eine wachsende Nachfrage bei gleichzeitig anhaltenden Reisebeschränkungen.

 

 

Pläne für Duty-Free-Outlets in verschiedenen Provinzen und Städten sind ein Anzeichen dafür, dass Chinas Duty-Free-Shopping-Sektor bereit ist, auf diesen Trend aufzuspringen. Die Outlets ermöglichen es ein- und ausreisenden Touristen, in bestimmten Gebieten zollfreie Waren bei speziellen Einzelhändlern zu kaufen, ohne Mehrwertsteuer auf Importe oder Verbrauchssteuer zu zahlen. Normalerweise befinden sich die Outlets an Offshore-Standorten, in Häfen oder in Städten.

 

Qingdao in der Provinz Shandong plant die Einrichtung weiterer Duty-Free-Läden. Am 28. Dezember erklärte Sun Zubin, Parteisekretär der Qingdao Jiaodong Airport Economic Demonstration Zone, gegenüber dem Nachrichtenportal Jiemian.com, dass dort ein Duty-Free-Einkaufszentrum für hochwertige Produkte aus dem Ausland geplant sei und man den Anwohnern erlauben werde, dort einzukaufen.

 

Das Kreuzfahrtterminal von Qingdao erhielt ebenfalls eine indirekte Genehmigung für Duty-Free-Geschäfte, nachdem es genau zu diesem Zweck ein Joint Venture mit der China Tourism Group Duty Free gegründet hatte.

 

Die China Tourism Group Duty Free Corp, ein Duty-Free-Einzelhandelsriese in China, betreibt vier Offshore-Duty-Free-Läden in der Provinz Hainan. Der Umsatz aller Läden verdoppelte sich auf Jahresbasis zwischen dem 1. Januar und dem 14. Dezember 2020 auf 25 Milliarden Yuan (3,87 Milliarden US-Dollar).

 

Laut Daten des Marktforschungsunternehmens Bain & Co und der Tmall Luxury Division wurde das zollfreie Einkaufen in Hainan vor über einem Jahrzehnt eingeführt. Aber das Geschäft boomte aufgrund der COVID-19-Reisebeschränkungen und attraktiver Shopping-Anreize erst im vergangenen Jahr wirklich.

 

Die Wangfujing Group, eins der führenden Kaufhäuser, erhielt im Juni eine Lizenz für das Duty-Free-Geschäft und plant nun, seine Reichweite auf weitere Städte auszudehnen, darunter auch Wuhan in der Provinz Hubei. Außerdem plant das Unternehmen den Bau eines großen Einkaufskomplexes im demnächst entstehenden Beijing Universal Resort in der chinesischen Hauptstadt.

 

Zeng Guang, Chefanalyst bei Guosen Securities, erklärte gegenüber Jiemian, dass die Belebung des Konsums durch den Ausreisetourismus und die Erholung der Binnenkonjunktur den inländischen Duty-free-Markt angekurbelt hätten.

 

Die Ausgaben für Luxusprodukte sind in China nach einem langsamen Start aufgrund der COVID-19-Lockdowns wieder angestiegen. Dabei ziehen es chinesische Verbraucher wegen der Reisebeschränkungen zunehmend vor, in inländischen Geschäften einzukaufen.

 

Chinas Verbraucher werden höchstwahrscheinlich auch nach dem Ende der Pandemie bei Auslandsreisen zurückhaltend bleiben. Daher gehen die meisten Luxusmarken davon aus, dass das Binnenwachstum im Jahr 2021 weiterhin bei etwa 30 Prozent liegen wird. Der Luxusmarkt auf dem chinesischen Festland dürfte im vergangenen Jahr um 48 Prozent auf 346 Milliarden Yuan gewachsen sein, heißt es im Bericht von Bain.

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