Am Donnerstag ist in Beijing ein Symposium über die strategische Partnerschaft zwischen China und der EU eröffnet worden. Dabei geben beide Seiten eindeutig das Signal, ihre Kooperation zum gegenseitigen Nutzen und gemeinsamen Gewinn in allen Bereichen auf eine noch höhere Stufe zu heben. Unser Korrespondent Yan Wei berichtet aus Beijing:
Unter dem Motto "Die Beziehungen zwischen China und der EU in einer globalisierten Welt: Herausforderungen zu Chancen umwandeln" umfasst das zweitägige Symposium ein breites Themenspektrum. Dazu gehören Handel und Investition, Klimawandel, Medienzusammenarbeit, Energiesicherheit, Umweltschutz und vieles mehr. Über 150 Vertreter der Regierungen, Forschungseinrichtungen, Industrie- und Handelskreise sowie Medien aus China und Europa nehmen daran teil.
Auf der Eröffnungszeremonie rief der chinesische Vizeministerpräsident Li Keqiang China und die EU auf, aus strategischer Höhe und mit langfristigem Blick ihre Beziehungen zu betrachten, das strategische Vertrauen zu vertiefen und nach gemeinsamen Interessen zu suchen.
"China und die EU sind zwei große Volkswirtschaften, und zugleich Förderer der Multipolarisierung der Welt und Mitwirkende an der Globalisierung der Wirtschaft. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Chancen und Herausforderungen vermehren sich auch die gemeinsamen Interessen, und der Kooperationsbedarf nimmt zu. Ein Ausbau der chinesisch-europäischen Beziehungen entspricht nicht nur den grundlegenden Interessen beider Seiten, sondern gewinnt auch zunehmend an globaler Bedeutung."
Von 1998 bis 2003 wurden die chinesisch-europäischen Beziehungen auf eine immer höhere Stufe gebracht: Von konstruktiver, über umfassende bis hin zu strategischer Partnerschaft. 1998 wurde der Mechanismus des alljährlichen chinesisch-europäischen Gipfeltreffens etabliert. Dieser gilt als der Mechanismus des politischen Dialogs auf höchster Ebene. Zurzeit unterhalten beide Seiten nur nicht Mechanismen der politischen Konsultation, sondern auch Kooperation in mehr als 50 Bereichen wie Wissenschaft und Technologie, Energie, Umweltschutz und Bildung.
Das diesmalige Symposium gilt auch als Vorbereitung für das 12. chinesisch-europäische Gipfeltreffen, das Ende dieses Monats in der ostchinesischen Stadt Nanjing stattfinden wird. Von dem Symposium erhofft sich der Otto Wolff-Direktor des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Angelegenheiten, Prof. Dr. Eberhard Sandschneider, viel:
"Es findet natürlich in einer Zeit internationaler Diskussion statt. Der amerikanische Präsident hat gerade China verlassen, die Europäische Union steht praktisch vor der Tür von dem nächsten EU-China-Gipfel in der nächsten Woche. Und wir wissen natürlich alle, dass wir uns gemeinsam im Vorfeld einer großen wichtigen internationalen Konferenz in Kopenhagen befinden. Also wird dieses Symposium schon die Aufgabe haben aufzuleuchten, wo es Gemeinsamkeiten, wo es Unterschiede gibt, was die Sichtweisen beider Seiten sind, und ein Stückchen auch, wie man dann gemeinsam weiter arbeiten kann."