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Medikamente in China sollen für alle erschwinglich sein
2010-01-18
 

Wang Zhengyan wurde nach einer Wahl zum"besten Arzt" eine gefeierte Persönlichkeit. Die Patienten lieben sie, weil sie den Menschen immer bezahlbare Medizin verschreibt. Berichteüber Wang Zhengyan haben die Kritik der Menschen an den hohen Arzneimittelkosten gebremst.

Wang Zhengyan wurde nach einer Wahl zum"besten Arzt" eine gefeierte Persönlichkeit. Sie ist seit 26 Jahren im Amt.
"Die Patienten lieben sie, weil sie den Menschen immer bezahlbare Medizin verschreibt", sagte Zhang Yingtian, Vorsitzender der Medizinischen Gesellschaft in Wuhan, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Hubei. Die 55-jährige wird"PenizillinÄrztin" oder"Ärztin der preiswerten Medizin" genannt und arbeitet im Hankou Krankenhaus in Wuhan. Sie hat viele Menschen geheilt. Der Durchschnittswert der von ihr verschriebenen Medikamente lag in den Jahren 2008 und 2009 bei rund 55 Yuan(5,50 Euro). Im Vergleich dazu lag der Beitrag zur Krankenversicherung von Arbeitern im Ruhestand in Wuhan bei 80 Yuan(8 Euro).

Lan Wenying ging im Oktober 2009 zum Arzt, um ihre Hautkrankheit kurieren zu lassen. Da sie auf die verschriebenen Medikamente allergisch reagierte, wurde ihre Haut schuppig und faulte. In den darauffolgenden zwei Monaten gab Lan das Geld für die Krankenversicherung aus, das sie in den letzten beiden Jahren angespart hatte."Die 2000 Yuan(200 Euro) reichten jedoch nicht für die Heilung der Krankheit aus", sagte die pensionierte Arbeiterin, deren Rente 1000 Yuan(100 Euro) im Monat beträgt. Jedes Mal, wenn sie ins Krankenhaus ging, verschrieben dieÄrzte ihr teure Medizin. Einmal sagte sie einem Arzt, dass sie auf ein Medikament allergisch reagiere, doch er verschrieb es ihr trotzdem. Aufgrund des Ratschlags von Freunden, ging sie am 29. Dezember zu Doktor Wang."Sie war sehr geduldig und stellte mir viele Fragen", erinnerte sich Lan. Die Diagnose dauerte länger als 15 Minuten, wonach Dr. Wang ihr ein Medikament verschrieb.

Viele andere Kranke machten die gleiche Erfahrung wie Lan.

"In den großen Krankenhäusern heilt man dich wohl von deiner Krankheit, doch davor musst du die Medikamente nehmen, die dieÄrzte dir verschreiben", sagte der pensionierte 63-jährige Arbeiter Wang Yucheng."Jedes Rezept kostet zwischen 600 bis 800 Yuan(60 bis 80 Euro). Das ist für uns gewöhnliche Leute eine große finanzielle Belastung", sagte er. Er kaufe die Medizin lieber selbst, wenn die Krankheit nicht allzu ernst sei.

Berichteüber Wang Zhengyan haben die Kritik der Menschen an den hohen Arzneimittelkosten gebremst."Wir halten große Stücke auf Doktor Wang. Es ist traurig, dass es nicht mehrere solcherÄrzte gibt", sagte Wu Hangmin, ein Kolumnist des lokalen Boulevardblattes Changjiang Times.

Chinesen beschweren sich seit langemüber die hohen Arzneimittelkosten. In China verschreibenÄrzte häufig teure, manchmal unnötige Medikamente und Behandlungen, um für ihr Krankenhaus Gewinne zu machen. Die chinesische Regierung trägt bei staatsbetriebenen Krankenhäusern in vielen Gegenden nur zehn Prozent der Betriebskosten.

Während das verfügbare Einkommen in China in den vergangenen zwei Jahrzehnten um das rund 20-fache stieg, stiegen die durchschnittlichen Arzneimittelkosten um das mehr als 130-fache.

Im August 2009 gab das Chinesische Gesundheitsministerium eine Liste von 307 Basismedikamenten heraus, um ein Gesundheitssystem zu gründen, welches die wichtigsten Medikamente abdeckt, Kosten reduziert und Menschen Zugang zu nötigen Medikamenten gewährt.

Einige Experten fragen sich, ob dieses System hilft, den Anstieg der Arzneimittelpreise zu verhindern. Hu Weimin, ein Arzt des Zentralkrankenhauses der Stadt Loudi in der chinesischen Provinz Hunan, kämpft an vorderster Front gegen Korruption im Gesundheitssystem. Hu sagte kürzlich, dass die Apotheker in vielen Krankenhäusern eher als"Vertreter der Pharmabranche" agierten undÄrzte am Ende des Monats eine Provision bekämen, die sich nach der Menge der verkauften Arzneimittel gewisser Marken richteten."Glauben Sie es oder nicht, die können an einigen Tagen 2000 Yuan(200 Euro) am Tag zusätzlich verdienen. Das Gehalt eines Arztes liegt hier nur bei rund 3000 Yuan(300 Euro) im Monat", sagte Hu.

Eine Umfrage der Chinese Medical Doctors Association im April 2009 ergab, dass mehr als 90 Prozent der befragtenÄrzte der Meinung waren, dass ihr Einkommen zu niedrig sei.

Wang Zhengyans monatliches Einkommen lag bei 2300 Yuan(230 Euro). Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in einer Wohnung auf weniger als 50 Quadratmetern."Wir sollten guteÄrzte wie Wang Zhengyan nicht in Armut leben lassen", hieß es in einem Leitartikel der Guangzhou Daily.

Dai Tao, ein Forscher der Chinesischen Akademie der Medizinwissenschaften, vertritt dieselbe Meinung."Ärzte sollten ordentliche Zulagen erhalten", sagte er."Andernfalls versuchen sie, auf andere Art ihr Einkommen zu erhöhen, wie zum Beispiel durch den Verkauf von teurer Medizin."

Hu Weimin sagte, dass die Zulagen derÄrzte an deren Leistungen gekoppelt sein sollten, um sie dazu zu bringen, das Wohl der Patienten wirklich als oberste Priorität zu sehen". Ein Arzt einer kleinen Gemeinde beispielsweise könnte nach der allgemeinen Gesundheitsverfassung der Menschen bezahlt werden, für die er zuständig ist."

Hu schlug weiterhin vor, dass einÜberwachungssystem eingerichtet werden könne, umÄrzte von der Verschreibung teurer Medikamente zu Gewinnzwecken abzuhalten."Die Gesundheitsbehörden sollten hier die Verantwortungübernehmen", sagte er.

 

 
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